Ergänzende Anmerkungen zum Javier Milei Institut – Teil 2

Teil 1

Wenn argentinische Verhältnisse in Deutschland bestünden, würde das eine Prognose von 35% Verarmung zum Jahresende bedeuten.

35% der Gesamtbevölkerung könnten gegen Jahresende verarmt sein. In Argentinien leben ca. 46 Millionen Menschen. 35% der Gesamtbevölkerung bedeuten 16,1 Millionen verarmte Menschen.

In Deutschland leben akutell 83,3 Millionen Menschen. 35% der Gesamtbevölkerung bedeuten 29,155 Millionen verarmter Menschen.

Das ist es was die Javier Milei Stiftung beabsichtigt und nicht nur sie, einige weitere Organisationen wurden in Teil 1 benannt.

Etwa 29,155 Millionen verarmter Menschen wären das Ergebnis eines gesellschaftlichen Umbaus nach dem Vorbild Argentiniens.

Es ist bekannt, dass es einen Zusammenhang zwischen Armut und Gesundheit gibt. Das RKI errechnete eine geringere Lebenserwartung von armen Menschen.

Bei Männern besteht eine 7,2 Jahre geringere Lebenserwartung und bei Frauen beträgt der Unterschied 4,3 Jahre.

Soziale Ungleichheit beeinflusst die Entwicklung von Kindern und „führt langfristig zu Unterschieden in Bildung, Gesundheit und Wohlbefinden“ und weiter: „Raffingten fand in ihren Studien Hinweise darauf, dass man soziale Ungleichheit an Genen „sehen“ kann, und zwar mit Hilfe sogenannter epigenetischer Profile“. [1]

[2]

Der Paritätische Armutsbericht 2026 veröffentlichte „Soziale Spaltung verschärft sich. 13,3 Millionen Menschen leben in Armut!“ und berichtete über eine gestiegene Armutsquote von 16,1 Prozent. [3]

Dabei ist Armut ungleich verteilt. Es gibt Unterschiede zwischen den jeweiligen Bundesländern, betrifft fast jede fünfte Person über 65 Jahren, bei Frauen über 75 Jahren sind es sogar 21,3 %. „Alleinlebende tragen mit 30,3 Prozent ein besonders hohes Armutsrisiko, Alleinerziehende mit 28,9 Prozent. Die Folgen sind längst im Alltag angekommen: am Küchentisch, beim Einkauf, bei der Frage, ob eine vollwertige Mahlzeit noch bezahlbar ist.“ [4]

Das muss mensch sich mal vorstellen. 13,3 Millionen Menschen leben in Armut während 700.000 Multimillionär*innen nicht wissen wohin mit ihrem Geld.

Zurück zur Javier Milei Stiftung und ihrem Mitbegründer Carlos A. Gebauer, der für die rechtslibertäre Schrift eigentümlich frei schreibt.

Eigentümlich frei bezeichnete den modernen Sozialstaat, eine Errungenschaft von Kämpfen, als die „nachhaltig asozialste Erfindung in der Menschheitsgeschichte“. [5]

Carlos A. Gebauer beschrieb bereits 2017 in einem Artikel in eigentümlich frei (ef) den Sozialstaat als Religion. In dieser Publikation für ef setzt er den Sozialstaat mit dem Sozialismus gleich.

O-Ton: „Besonders der nach eigenem Bekenntnis ganz wissenschaftliche Sozialismus keulte seine positivistischen Erkenntnisse fortschrittsfreudig in die Welt.“ [6]

Markt und Mittelstand fasst die Absichten des Javiel Milei Instituts und ihre Botschaften folgendermaßen zusammen: „Die Website klingt nach wissenschaftlichem Anspruch, ist aber klar ideologisch. Die Botschaften lassen kaum Zweifel: Sozialstaat, Steuerlast und Arbeitsrecht erscheinen dort vor allem als Hindernisse; Markt und Eigenverantwortung werden zur Lösung der Krise erklärt.“ [7]

Es geht also um nichts anderes als die Abschaffung des Sozialstaates. Wie nachfolgender Abschnitt belegt.

An dieser Stelle soll noch einmal betont werden, eine Organisation wie die Javier Milei Stiftung darf nicht ignoriert, sondern muss bekämpft werden, denn sonst muss ein großer Teil der Bevölkerung einen Preis zahlen, der gesundheitsschädigend ist ggf. auch lebensbedrohlich und jede*n treffen kann, jederzeit und ohne eigene Schuld.